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Demenz, was ist das? 2018-03-23T18:56:20+00:00

Demenz

Demenz, was ist das?

Kindgerecht erklärt muss man sich das menschliche Gehirn wie ein vollgestelltes Bücherregal vorstellen. Jedes Buch steht für ein Lebensjahr, ein besonderes Ereignis oder auch für besondere Fähigkeiten, die der Mensch sich im Laufe seines Lebens angeeignet hat. All diese Erinnerungen verblassen im Laufe der Krankheit zunehmend, manche Bücher fallen sogar -sinnbildlich gesprochen- ganz aus diesem fiktiven Bücherregal. Häufig kommt es vor, dass die jüngsten Lebensereignisse hier zuerst in Vergessenheit geraten, der Betroffene erinnert sich jedoch noch gut an weit zurück liegende Erfahrungen. Dies kann dazu führen, dass die Selbstwahrnehmung der Menschen mit Demenz (MmD) gestört ist, und sie sich gedanklich in einer längst vergangenen Zeit befinden.

Spätestens seit Til Schweigers Kinoerfolg „Honig im Kopf“ mit Didi Hallervorden in der Hauptrolle wurde der breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt, dass diese Krankheit des Vergessens jeden treffen kann. Es gibt unzählige verschiedenartige Formen von Demenzerkrankungen, weshalb eine zuverlässige Prognose des weiteren Verlaufes der Krankheit nahezu unmöglich ist. Allen Krankheitsformen gemein ist jedoch die Tatsache, dass die Betroffenen weder ansteckend noch gefühlsarm sind. Unsere Mitarbeiter sind bestens geschult im Umgang mit den Betroffenen, auch das Thema Validation spielt eine große Rolle im tagtäglichen gemeinsamen Umgang.

In Deutschland leben zur Zeit ca. 1,6 Millionen demenzkranke Menschen.

Sofern es keinen Therapiedurchbruch gibt, werden 2050 2,5 Millionen Menschen betroffen sein.

Symptome und Krankheits­verlauf

Symptome

Es gibt vier Symptome einer Demenz:

  1. Gedächtnisstörungen
  2. Denkstörungen und Abnahme des Denkvermögens
  3. PersönIichkeitsveränderungen
  4. Beeinträchtigung der Selbständigkeit im Alter

Krankheitsverlauf

Anzeichen für eine Demenzerkrankung:

  • Isst der Patient selbst oder bleibt der Teller unberührt, weil das Essen nicht erkannt wird?
  • Fragt der Patient häufig nach? Vergisst er Anweisungen und Termine?
  • Ist die Reihenfolge bei Alltagsbehandlungen auffällig verändert?
  • Sucht der Patient sein Zuhause? Lässt er sich beruhigen, wenn Sie Gefühle oder biografische Themen ansprechen?
  • Vergisst der Patient seine Einschränkungen? Übergeht er sie?
  • Fragt der Patient mitten in der Nacht nach einem Frühstück?
  • Folgt der Patient den Anweisungen des Arztes und der Pflegenden? Kann er auf deren Fragen antworten?

lm Krankheitsverlauf ändert sich das Verhalten, die emotionale Kontrolle und die Persönlichkeit, sodass das gewohnte Leben immer stärker beeinträchtigt wird. Orientierungsprobleme treten verstärkt in unbekannten Situationen auf. Demenzerkrankte Menschen können ihr Verhalten nur eingeschränkt an Situationen anpassen. Wenn sprachliche Verständigung nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, gilt es, diese Menschen auf der Gefühlsebene zu erreichen und ihre Stimmung durch menschliche Zuwendung, Beruhigung und ein freundliches Umfeld zu verbessern.

Meine Bitte an euch

Eine kleine Anfrage…

  • Wenn ich dement werde, soll mein Leben einfach, übersichtlich und voraussichtlich sein. Und so sein, dass ich das Gleiche mache jeden Tag zur gleichen Zeit, auch wenn es dauert, bis ich es begreife.
  • Wenn ich dement werde, musst du ruhig mit mir sprechen, damit ich keine Angst bekomme und nicht das Gefühl kriege, dass du böse mit mir bist. Du sollst mir immer erzählen, was du tust. Du sollst mich wählen lassen und respektieren, was ich wähle.
  • Wenn ich dement werde, denke daran, dass es gut für mich wäre, schöne Erlebnisse zu haben, auch dass du sie mir erzählst, bevor ich sie erlebe.
  • Wenn ich dement werde, brauche ich viel mehr Schlaf, als ich eigentlich will. Und wenn ich schlafe, habe ich immer Angst, dass ich nicht mehr wach werde. Gib mir Mut zu schlafen.
  • Wenn ich dement werde, kann ich vielleicht nicht mehr mit Messer und Gabel essen, aber bestimmt sehr gut mit den Fingern. Lass mich das tun.
  • Wenn ich dement werde, kann ich mich nicht mehr erinnern, was ich gerne möchte, dann musst du lernen, mir das zu zeigen.
  • Wenn ich dement werde, und ich bin eigensinnig und boshaft und habe schlechte Laune, dann bin ich das, weil ich mich machtlos und hilflos fühle, das hasse ich.
  • Wenn ich dement werde und Panik kriege, dann weil ich zwei Dinge gleichzeitig denken soll. Halt meine Hand fest und hilf mir, mich auf eine Sache zu konzentrieren.
  • Wenn ich dement werde, bin ich leicht zu beruhigen, nicht mit Worten, sondern indem du ganz ruhig neben mir sitzt und meine Hand festhältst.
  • Wenn ich dement werde, verstehe ich nicht das Abstrakte. Ich will sehen, spüren und begreifen, wovon du sprichst.
  • Wenn ich dement werde, habe ich das Gefühl, dass andere mich nicht verstehen. Genauso schwer ist es für mich, andere zu verstehen. Mach deine Stimme ganz leise und sieh mir ins Gesicht, dann verstehe ich dich am besten. Mache wenig Worte und einfache Sätze und versuche, herauszufinden, ob ich alles verstanden habe. Schau mich an und lache, bevor du mit mir sprichst. Vergiss nicht, dass ich viel vergesse.
  • Wenn ich dement werde, möchte ich gute Musik hören von damals, aber ich habe vergessen welche. Lass sie uns zusammen hören, ich vermisse das. Ich mag auch gerne singen, aber nicht allein.
  • Wenn ich dement werde und sage: „Ich will nach Hause“, dann antworte mir ernsthaft, damit ich merke, dass du weißt, dass ich mich im Moment sehr unsicher fühle.
  • Wenn ich dement werde und schimpfe, dann gehe einen Schritt von mir, so spüre ich, dass ich immer noch Eindruck machen kann.
  • Ich bin oft verzweifelt. Verzweifle nicht auch du.